Fragen zur Entscheidung

Was ist der Decision Clarity Process?

Der Decision Clarity Process (DCP) ist ein strukturierter Entscheidungsprozess für den Fall, dass Fakten, Erfahrung und Analyse vorliegen und die Entscheidung trotzdem nicht fällt. Er hat sieben feste Schritte. Gegenstand ist immer eine konkrete Entscheidung.

Warum es einen Prozess braucht

Die meisten Entscheidungsmethoden setzen bei der Sachlage an. Optionen sammeln, Risiken bewerten, Szenarien rechnen. Das ist nötig. Aber es gibt einen Punkt, an dem diese Arbeit erledigt ist und trotzdem nichts passiert. Die Unterlagen liegen auf dem Tisch. Die Unterschrift fehlt.

„KLARHEIT abrufen“ beschreibt, woran das liegt. Verlustaversion, die jeden Menschen betrifft. Alte Erfahrungen, die als Störsender feuern. Sätze, die sich so tief eingeschrieben haben, dass man sie für Wahrheit hält. Und ein Gehirn, das unter Druck den Zugang zu genau dem Wissen verliert, das jetzt gebraucht wird.

Für jedes dieser Hindernisse gibt es Ansätze. Ruhe, Bewegung, Abstand. Doch einzeln eingesetzt bleiben sie Zufall. Der DCP ordnet sie. Er prüft beide Ebenen einer Entscheidung: die sachliche mit Fakten, Optionen, Risiken und Folgen, und die persönliche mit Erfahrung, Zögern und der Angst vor den Folgen.

Aber Teile sind noch kein Ganzes.KLARHEIT abrufen, S. 157

Die sieben Schritte heißen Klärung, Setting, Diagnose, Hemmnisse lösen, Intuitionszugang, Realitätscheck und Verankerung. Diagnose meint dabei die Analyse der Entscheidungslage, nicht mehr. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf.

Der DCP ist kein Coaching und keine Persönlichkeitsarbeit. Er beginnt mit einer konkreten Entscheidung und endet mit einem konkreten Schritt. Er ist auch nicht nur für die ganz großen Fragen gedacht. Das Buch nennt ausdrücklich die scheinbar kleineren: einen Mitarbeiter versetzen, der nicht liefert. Nein sagen zu einem Kunden, der einem wichtig ist. Einen Lieferanten wechseln, mit dem man seit zwanzig Jahren arbeitet. Gerade dort zeigt sich, ob der eigene Kompass funktioniert.

Michael und die Klarheit, die nicht kam

Michael ist Unternehmer. Er hat sein Lebenswerk aufgebaut, über Jahrzehnte. Jetzt liegt ein Kaufangebot auf dem Tisch. Verkaufen oder nicht?

Er tut alles, was man in so einer Lage tun soll. Pro-Contra-Listen in sieben Versionen. Gutachten. Lange Spaziergänge, lange Abende auf der Terrasse. Er gibt seinem Kopf Ruhe, so wie es jeder Ratgeber empfiehlt.

Vier Monate vergehen. Die Klarheit kommt nicht. Nicht beim Spazieren, nicht nachts, nicht am Wochenende. Alle um ihn herum haben eine Erklärung dafür. Sie nennen es Anhänglichkeit. Er hängt eben zu sehr an der Firma.

Michael glaubt ihnen. Warum auch nicht. Alle sagen dasselbe.

Was in Michaels Fall wirklich los war, erzählt Kapitel 18 von „KLARHEIT abrufen“.

Was Sie jetzt tun können

Beginnen Sie mit dem ersten Schritt, der Klärung. Schreiben Sie Ihre Entscheidung als eine einzige Frage auf, die man mit Ja oder Nein beantworten kann. Nicht „Wie geht es weiter mit dem Unternehmen?“, sondern „Nehme ich dieses Angebot an?“

Prüfen Sie dann nur eines: Fehlen noch Fakten, die das Ergebnis objektiv verändern würden? Wenn ja, besorgen Sie sie. Wenn nein, liegt Ihr Problem nicht in den Daten. Dann wissen Sie, dass Sie einen anderen Weg brauchen als die nächste Analyse.

Wie sich Sparring von Coaching unterscheidet, lesen Sie hier: Coaching oder Sparring: Was brauche ich für eine schwere Entscheidung?

Die Klarheit ist da. Das Wissen ist da. Die Erfahrung ist da. Was den Unterschied macht: ob jemand seine eigene Klarheit im entscheidenden Moment erreicht und ihr vertraut. Kapitel 15 von „KLARHEIT abrufen“ zeigt den Decision Clarity Process als Landkarte. Käufer erhalten 24 kapitelbezogene Begleitmaterialien kostenfrei, Zugang im Buch.

Zum Buch. Den Prozess an Ihrer eigenen Entscheidung durchlaufen: Entscheidungs-Sparring, ein Mandat pro Entscheidung. Für Teams: Workshop.

Häufige Fragen

Ist der Decision Clarity Process ein Coaching?

Nein. Er ist ein Entscheidungsprozess mit sieben festen Schritten. Gegenstand ist immer eine konkrete Entscheidung, nie eine offene Begleitung.

Für welche Entscheidungen eignet sich der DCP?

Für Entscheidungen, bei denen Fakten, Erfahrung und Analyse vorliegen und trotzdem keine Richtung entsteht. Das können große Fragen sein, aber auch scheinbar kleine wie ein Lieferantenwechsel nach zwanzig Jahren.

Hans W. Deckers, Autor von KLARHEIT abrufen und Entwickler des Decision Clarity Process

Der Autor

Hans W. Deckers hat über drei Jahrzehnte unternehmerische Verantwortung getragen, auch durch eine Konzernkrise mit Insolvenz und Inhaberwechsel. Er ist Autor von „KLARHEIT abrufen. Entscheiden in dünner Luft“ und Entwickler des Decision Clarity Process, eines praxisorientierten Sieben-Schritt-Prozesses für Entscheidungsklarheit unter Druck.

Das Buch · Keynote · Workshop · Sparring

Ähnliche Beiträge